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Clinic Home Interface

Hilfenetz fängt Sterbenskranke auf

RAVENSBURG - Todkranke Menschen zu betreuen ist eine elementare Aufgabe. Hospizgruppen, eine Palliativeinheit am Ravensburger Elisabethen-Krankenhaus und der Pflegedienst "Clinic Home Interface" haben sich dem verschrieben. Ihr Ziel: lebenswertes Leben bis zum Tod. Zwei Benefizkonzerte sollen dieses Hilfenetz unterstützen.

"Clinic Home Interface" schlägt eine Brücke vom Krankenhaus in die häusliche Pflege. Aufgebaut hat sie vor bald 20 Jahren der Ravensburger Klinikarzt Professor Gerhard Meuret, der die Versorgungslücke bei der Betreuung von unheilbar Krebskranken schmerzlich spürte. Wer aus der Klinik entlassen werden wollte, der konnte oft nicht, wie gewünscht, seine letzten Tage zu Hause verbringen. Es fehlte vor zwei Jahrzehnten noch fast an allem: an entsprechend geschulten Schwestern und Medizinern, an der so genannten qualifizierten Palliativmedizin, die beispielsweise weitgehende Schmerzlinderung gewährleistet, und an einem Hilfenetz, das stationäre und ambulante Pflege verknüpft.

So entstand aus kleinsten Anfängen ein Team von Schwestern und Pflegern, die unter fachärztlicher Leitung ganzheitliche Behandlung von Sterbenskranken auch im häuslichen Umfeld ermöglichen. Heute leistet "Clinic Home Interface" (CHI) qualifizierte ambulante Palliativversorgung von schwerstkranken Patienten. Bis zu 200 Patienten im Jahr werden in einem Umkreis von rund 50 Kilometern um Ravensburg herum betreut. Das "Profi-Team" mit fünf qualifizierten Pflegekräften kann jedoch nur dank des rührigen CHI-Fördervereins in diesem Umfang finanziert werden.

Dr. Siegmar Mende hat dessen Vorsitz - gleich nach seinem Ausscheiden als Oberarzt der onkologischen Abteilung am Elisabethenkrankenhaus (EK) - sozusagen als Ruhestands-Projekt übernommen. Er widmet sich dieser Aufgabe mit dem entsprechenden fachlichen Hintergrund mit großem Einsatz. Denn nur mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit und Spendenbereitschaft kann der Förderverein auch seiner selbst gestellten Aufgabe nachkommen. Mit dazu beitragen will heuer auch das Bodensee-Ärzteorchester, das den Erlös seines schon traditionellen Benefizkonzertes am 9. März um 11 Uhr im Festsaal des Weißenauer Klosters (Zentrum für Psychiatrie) "Clinic Home Interface" zukommen lässt. Gut zu wissen, dass Doktor Mende hier die Klarinette spielt.

Ein zweites Benefizkonzert gibt das Orchester unter Leitung von Hans-Jörg Walter mit der Pianistin Monika Betzel am 8. März um 20 Uhr in der Waldorfschule in Wangen. Hier werden Spenden für die Hospizgruppe in Wangen erbeten. Diese Netzwerke von ehrenamtlich Engagierten sind für die Schwerkranken und ihre Angehörigen sowie für die Mediziner und Pflegekräfte in Kliniken und Heimen inzwischen unentbehrlich geworden. Und der Gruppe Calendula in Wangen ist es sogar gelungen, 2007 das Hospiz am Engelberg einzurichten. Dort gibt es acht Betten für Menschen, die auf das Leitmotiv der Hospizbewegung bauen: "Leben bis zuletzt und in Würde sterben."

Noch fehlt eine Palliativstation

Mit den weiteren Hospizen in Lindau und Friedrichshafen sieht Siegmar Mende den Bedarf in der Region abgedeckt. Das Netz der palliativmedizinischen Versorgung, die eine humane Antwort auf die Forderung nach Legalisierung der aktiven Sterbehilfe sein soll, ist also inzwischen dicht geknüpft. Was noch fehlt ist eine Palliativstation, auf der todkranke Menschen, vor allem Tumorpatienten, nicht in steriler Klinikatmosphäre ihre letzte Lebenszeit verbringen müssen. Bislang gibt es nur eine Palliativeinheit am EK. Doch mit dem Neubau des Elisabethenkrankenhauses in Ravensburg ist eine solche Vollstation mit bis zu zehn Betten vorgesehen. Damit würde für Dr. Mende, der viele Jahre Tumorkranke in der onkologischen Abteilung behandelt hat, ein Herzenswunsch in Erfüllung gehen.

Schwäbische Zeitung 02.03.2008

 

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