Bodensee
Ärzteorchester e.V.

Mitglied im BDLO Bundesverband
Deutscher Liebhaberorchester e.V.

Konzert Überlingen-Nussdorf 2003

 

Musikalische Matinee

mit Kammermusik von
Schubert, Dvorak, Raff

zugunsten der Kinder von Cali und der Haiti-Kinderhilfe

Dorfgemeinschaftshaus Überlingen-Nußdorf

      Sonntag, 12. Oktober 2003,    11 Uhr

 

Programm

Franz Schubert
(1797 - 1828)

Streichquartett in D-Dur (D 94)

Allegro – Andante con moto –
Menuetto-Allegretto-Trio - Presto

 

Antonín Dvořák
(1841 - 1904)

Walzer für Streichquartett (op.54 Nr. 1)

 Moderato

____________

 

Joachim Raff
(1822 - 1882)

Sinfonietta für 2 Flöten, 2 Oboen,
2 Klarinetten, 2 Fagotte und 2 Hörner

Allegro- Allegro molto –
Larghetto
- Vivace

 

Mitwirkende

Mitglieder des Bodensee-Ärzteorchesters:

Erich Rapp, Violine
Harald Pyzik, Violine
Waltraud Bischof, Viola
Volkert Harpprecht, Violoncello


Peter Graner, Flöte
Wolfgang Reuß, Flöte
Ralf Merschformann, Oboe
Ina Adam, Oboe
Siegmar Mende, Klarinette
Wolfhard Förster, Klarinette
Ulrike Merschformann, Fagott
Walter Kronsteiner, Fagott
Gottfried Wegenast, Horn
Florian Kramer, Horn

 

Die Spenden aus diesem Konzert kommen in vollem Umfang folgenden Hilfsprojekten zugute:

  • den ‚Kindern von Cali’, d.h. einem Schulprojekt in Cali, Kolumbien unter der Leitung von Pater Alfred Welker,  der für 10 000 Kinder aus den Slums eine Schule und Kindergartenplätze aufgebaut hat sowie
  • der Haiti-Kinderhilfe, welche zwei Waisenhäuser, eine Krankenstation und die Schwestern des ‚Mutter Theresa Ordens’ unterstützt.
  • Beide Projekte werden vom Bodensee-Ärzteorchester regelmäßig unterstützt, zeitweise auch durch persönlichen Einsatz von Mitgliedern.
  •  

Das Streichquartett vom Bodensee-Ärzteorchester bei der sehr gut besuchten musikalischen Matinée im Dorfgemeinschaftshaus in Überlingen-Nußdorf.Bild: Rieger

20.11.2005

Kritik Südkurier 15.10.2003

Schon im Kopfsatz ein festlicher, sinfonischer Ton Benefizkonzert des Bodensee-Ärzteorchesters mit Streichquartett und zehn Bläsern in Überlingen-Nußdorf - Projekte in Cali und Haiti werden unterstützt

Ärzte, Apotheker und deren Freunde samt Familienmitgliedern wirken mit im "Bodensee-Ärzteorchester", das unter der Leitung des Markdorfer Musiklehrers Hans Jörg Walter seit einigen Jahren zugunsten sozialer Projekte in der Bodensee-Region konzertiert. Zur Aufführung bringen die durchweg sehr guten Instrumentalisten neben sinfonischen Werken auch Kammermusik in wechselnder Besetzung. Mit einer inspirierenden musikalischen Matinée im sehr gut besuchten Dorfgemeinschaftshaus in Überlingen-Nussdorf bescherten zehn Bläser und ein Streichquartett des Bodensee-Ärzteorchesters wieder doppelte Freude.

Zugunsten ihrer regelmässig auch durch persönlichen Einsatz unterstützten Projekte "Kinder von Cali" in Kolumbien und der "Haiti-Kinderhilfe" beschenkten sie ihre Zuhörer mit einem gelungen zusammengestellten Programm aus kammermusikalischen Kostbarkeiten. Spritzig, transparent und mit wunderschön warmem Streicherton beseelt musiziert war das stimmungshebende Streichquartett in D-Dur aus der Feder des 16-jährigen Franz Schubert. Dass es kurz davor entstand, bevor sich der junge Schubert erstmals an eine eigene Sinfonie wagte, ist besonders in den Rahmensätzen der empfindsamen Serenade spürbar. Schon im Kopfsatz herrschte ein festlicher, quasi sinfonischer Ton. Mit reicher Chromatik überraschte das Andante. Ähnlich schwärmerisch wirkte das Menuett mit seinen im Kopfmotiv ebenfalls chromatisch geprägten, kräftig aussingenden Oberstimmen. Ihm stand ein zart zweistimmig anhebendes Ländler-Trio gegenüber. Das zweiteilige Finale bezog seinen Reiz in erster Linie aus dem Kontrast zwischen einem quirlig-polyphonen Hauptthema und kraftvollen Kadenz-"Fanfaren". Der ausgedünnte Beginn ließ den Musikern Raum für breitangelegte Steigerungspartien, die im mächtig aufrauschenden, präsinfonischen Schluss gipfelten.

Schön gelungen war dann auch das kleine Ritardando in Dvoráks kleiner Walzerseligkeit (Walzer für Streichquartett Opus 54 Nr.1). Hier überzeugte nach einem etwas zaghaften Einstieg ins Moderato die "geerdete" folkloristisch-melodische Kraft im Rhythmus der homogen zusammenwirkenden Interpreten.

Im großen Halbrund auf der Bühne postiert waren im Anschluss die zehn Bläser, die in authentischer Besetzung die Sinfonietta für je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte und Hörner von Joachim Raff (1822-1882) musizierten. Zeitgenossen charakterisierten seine Musik wortspielerisch als "raff"iniert, weil sie sich durch brillante tonmalerische Instrumentation und formale Souverenität auszeichnet. Dass sich die zehn Bläser seit den Sommerferien etwa alle zwei Wochen trafen, um sich die viersätzige Sinfonietta zu erarbeiten, kam ihrer gelungenen Interpretation zugute. Mit sinfonischer Grandezza und konditionellem Durchhaltevermögen zauberten sie idyllische Landschaftsbilder, in denen wechselnde Instrumente lebendig miteinander korrespondierten. Da führte eine Oboe duftig perlend Dialoge mit Horn und Fagott, von irgendwoher rief der Kuckuck und Hörner bliesen zur Jagd. Ein Galoppieren über weite Felder imaginierten die Fagotte, deren versetzt prägnanter Rhythmik die Klarinetten hinterherjagten, bis sich das Bild zur hehren Almidylle formte. Gelungen waren Intonation und Zusammenspiel der technisch anspruchsvollen Sinfonietta mit ihren achtel- und sechzehntel-Läufen, in deren stellenweise sehr dicken Instrumentation zauberhafte solistische Melodien im Vordergrund standen. Die schwierigen Tempi- und Tonartwechsel haben die mit ansteckender Begeisterung spielenden Interpreten mit den technischen Möglichkeiten des Musikliebhabers so fantastisch hinbekommen, dass die Sinfonietta zum schönen Musikerlebnis wurde.

Riesenapplaus. Und als Zugabe ein Stück aus dem zweiten Satz.

Gabi Rieger

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